Montag, 8. Dezember 2014

Im Frühtau zu Berge...

8. Dezember

Um 6h45 küsst mich die Sonne wach. Was war das erfrischend kühl heute Nacht!

Um 7h30 gibt's Frühstück zusammen mit unseren Gastgebern. Sie fahren morgen auch nach Lüderitz zum alljährlichen Freundestreffen. Ja auch das ist hier nicht so einfach. Da kann man nicht mal eben sagen, ich komm kurz auf nen Kaffee vorbei...

Wir entschließen uns zu einer Runde Frühsport und ziehen die Wanderschuhe an. Mit 3,5 l Wasser im Gepäck wandern wir den botanical trail und besteigen kurzentschlossen auch noch den Schwiegermutterfelsen. Kurz vor dem Gipfel treffen wir noch ein schweizer Paar, das hier auf dem Campground zeltet. Nach einer Stunde sind wir oben. Die Aussicht über das Tal ist traumhaft.

Wir genießen den Ausblick und die frische Brise auf 1500m.

Zurück der Farm treffen wir die Schweizer wieder. Bei einem Krug mit kühlem Quellwasser kommen wir ins erzählen.

Nach ein paar leckeren Sandwiches gehen wir zum entspannten Teil des Tages über und genießen einfach die Ruhe.

Einen Kaffee später raffen wir uns dann doch noch auf, den Inhalt unserer Koffer zu inspizieren. Was reicht noch, was muss doch noch gewaschen werden? Morgen im Lüderitz haben wir dem Vernehmen nach eine Waschmaschine.

Wir machen uns frisch  und gehen noch eine Runde im Sonnenuntergang. Dann ist es Zeit für's Abendessen.

Nach dem Essen fragen wir Thorsten, wo denn nun bitte das Kreuz des Südens ist. Er erklärt uns, dass es erst so gegen 2h sichtbar wird. Na, da hätten wir ja noch lange suchen können ;-)

Er zeigt uns aber noch den Orion, den Stier und die Plejaden. Toll, jetzt erkennen wir auch mal was an diesem wunderschönen Sternenhimmel. Und deshalb mache ich jetzt auch das Handy aus!

Von der Wüste in die Berge

7. Dezember

Nach einem feinen Frühstück und einem Lunchpaket im Gepäck, verlassen wir die Hoodia Desert Lodge und machen uns weiter auf unserem Weg gen Süden.

Hinter Betta, wo wir noch einmal volltanken, erreichen wir die D707, eine der landschaftlich schönsten Straßen Namibias. Wir fahren am Rande des Namib-Naukluft Parks Richtung Tirasberge. Die sich ständig im Licht verändernde Landschaft ist so beeindruckend.

 Nach ca. 4 Stunden Fahrt über Piste und Sand erreichen wir die Einfahrt zur Namtib Desert Lodge. Von da aus sind es dann noch mal 12 km bis zur eigentlichen Lodge. Genauer gesagt ist es eine Farm, so groß wie Lichtenstein. Es gibt 5 hübsche kleine Gästehäuschen. Familie Theile betreibt Farm und Lodge mit Familienaschluss. 

Doch als wir ankommen, ist irgendwie keiner zu hören oder zu sehen.

So beschließen wir, erstmal Picknick auf der Veranda zu machen. Im Luchpaket findet sich ein kleines Schnitzel, Nudelsalat, ein Käse-Schinken-Sandwich, ein Müsliriegel, ein Apfel  und eine Flasche Wasser. Na da kommen wir ein Weilchen aus ;-)

Irgendwann kommt Thorsten, unser Gastgeber, etwas verschlafen um die Ecke. Wir waren angekommen, als die Farm gerade zur Siesta war ;-)

Wir bekommen Häuschen Nr. 1 und sind mal wieder die einzigen Gäste! Unser Gepäck fahren wir mit dem Bollerwagen vom Parkplatz zum Häuschen.

Die Frage, ob wir Kaffee möchten, beantworten wir dankbar mit ja! Der kommt dann auch gleich im Bodum mit leckeren Keksen.

Wir gucken uns ein bisschen um, es ist alles so hübsch und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Die Zeit bis Sonnenuntergang verbringen wir ganz entspannt.

Abendessen gibt es im 20h15 im Kreis der gesamten Familie. Wir erfahren einiges über das Leben auf einer Farm in Namibia. Einfach ist es nicht, aber die Freiheit die man hat, wiegt auch vieles wieder auf.

Als der Mond über den Berg steigt und das Tal in helles Mondlicht taucht, ziehen wir uns zurück und genießen die sanfte kühle Brise. 


Frühstück gibt's morgen um 8h30.

Sonntag, 7. Dezember 2014

Die Wüste lebt

5. Dezember.

Heute morgen sind wir noch nicht ganz so munter, aber es hilft nix. Frühstück, packen, Abfahrt. Wir müssen noch Geld holen, S. möchte noch echte namibische Veldschuhe haben und wir müssen dringend tanken!

Also zackig ;-) Der Schuhkauf bei dem netten Herrn Sibold in der Fußgängerzone geht fix, der Geldautomat spuckt tatsächlich mal mehr als 1200 NAD aus und an der Tanke treffen wir den Typ aus dem Flughafentransfer wieder. Mit frisch geputzten Scheiben machen wir uns auf gen Süden. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, die Landschaft ist einfach atemberaubend!

Nach rund 250 km erreichen wir Solitair. Hier ist Moose McGregor's legendäre Desert Bakery mit dem köstlichen Apfelkuchen. Moose ist leider zwischenzeitlich verstorben. Aber die Bäckerei lebt weiter.
Volltanken und weiter zu unserem eigentlichen Ziel der Hoodia Desert Lodge.

Unterwegs machen wir uns ein wenig Sorgen. Wir sehen alleine 3 Autos mit Reifenpanne, dabei ist gar nix los auf der Straße. Niemand ist scharf darauf bei 37 Grad Reifen zu wechseln...

Wir erreichen die Lodge ohne Zwischenfälle. Kühle Tücher und Eistee werden uns zum Empfang gereicht. Was für eine Wohltat!

Nachdem wir den Ausflug für den nächsten Tag besprochen haben, beziehen wir unser Zelthaus mit Outdoor-Wanne/Dusche. Herrlich. Wir entspannen am Pool, haben tatsächlich mal ein Netz und erwarten mit Spannung das Abendessen. Als Vorspeise gibt es eine leckere Quiche, danach Filetsteak, und zum Nachtisch eine Creme von weißer Schokolade.

Da wir ziemlich platt sind und am nächsten Morgen um 4h30 aufstehen müssen, beenden wir den Abend zeitig.

6. Dezember
5h15 Frühstück, 5h45 Abfahrt.
Müde...
Aber das gibt sich schnell. Elias, unser Guide, fährt uns Richtung Sossusvlei. Wir sind mal wieder, wider Erwarten, die einzigen Gäste!

Wir machen einen ersten Stopp im Wüstensand der Namib um die kleinen Bewohner zu entdecken. Wir buddeln einen kleinen Sidewinder (Schlange, bisschen giftig) aus und eine Trichterspinne. Die erschrickt natürlich, so aus dem Schlaf gerissen zu werden. Und wen springt sie an? Mich natürlich! Ich quieke und hupfe und kriege fast einen Herzinfarkt. Der Spinne geht's wahrscheinlich ähnlich und sie tritt den sicheren Rückzug an.

Dann geht es weiter an Düne 45 und Big Daddy vorbei nach Deadvlei. Wow. Unbeschreiblich.

Dann geht es weiter nach Sossusvlei und Elias deckt den Tisch für einen gemütlichen Kaffeestopp mit hausgemachten Keksen und der Gesellschaft einiger Strauße. Wieder keiner mehr da außer uns.

Später gibt es dann noch einen wunderbaren Lunch vor der Elin-Düne und - Überraschung! Wir haben ein Netz ;-) Es gibt einen hervorragenden Linsensalat, Gemüsesalat, Drumsticks, Würstchen und leckere Fischfrikadellen. Dazu noch einen kühlen Weißwein. Sogar ein Waschbecken zaubert Elias aus dem Auto, damit wir uns die Hände waschen können
Hammer!

Auf dem Rückweg gehen wir noch in den Sesriem Canyon. Sesriem ist afrikaans und heißt auf deutsch Sechs Riemen. 6 Gürtel haben die frühen Siedler aneinander gebunden, um in den Canyon herabzusteigen, um Wasser für ihr Vieh zu holen.

Nach 8 Stunden Tour sind wir wieder auf der Lodge, Carina empfängt uns mit eiskalten Tüchern. Das tut bei 40 Grad wirklich gut! Wir gehen duschen und machen erstmal ein Nickerchen. Dann kühlen wir uns noch ein wenig ab im Pool und plaudern ein bisschen mit netten Gästen. Das sind Schweden, die aber in Deutschland leben. Er ist Zahnarzt und arbeitet regelmäßig für "Zahnärzte ohne Grenzen". Respekt!

Es ist schon fast wieder Zeit, sich fürs Abendessen fertig zu machen.

Heute gibt es Aubergine in Filo, Oryx-Kebap mit Röstkartoffeln, Butternut, grüne Bohnen und Tomatenchutney und zum Nachtisch Cheesecake! Wieder einfach nur köstlich!

Noch ein Plausch mit dem Fahrer anderer Gäste an der Bar und dann ziehen wir uns zurück. Morgen geht's weiter in die Tiras Berge auf eine Farmlodge und Biosphärenreservat. Mal gespannt!

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Swakopmund 3 - Happy Birthday

4. Dezember

Heute hat der allerbeste Schatz von allen Geburtstag!

Und weil ich heute wahrscheinlich nicht zum schreiben kommen werde, nur kurz was heute zu S. Ehrentag alles stattfinden wird:

Vormittags werden wir in den Dünen sandboarden, nachmittags Quadfahren und abends gibt es ein private seafood dinner im halboffenen Zelt am Strand.

Klingt super, oder? Das wird bestimmt ein unvergesslicher Tag heute werden!

Ich werde berichten... :-)

Nachtrag:
Um 9:30 wurden wir zum Sandboarden abgeholt. Es waren außer uns noch ein Paar aus Island, ein Deutscher und ein Kanadier dabei. An den Dünen angekommen, gab es erst Softboots, Helm und dann die Boards. Der entscheidende Unterschied, kein Lift oder sonst irgendetwas, dass einen nach oben bringt. D.h. Mit dem ganzen Zeug auf eine 100 m hohe Düne steigen. Oben angekommen war ich fertig mit der Welt.
Ich beschloss für mich, dass ich das nicht nochmal machen muss.

S. fuhr die Düne runter, als würde er die Sache nicht zum ersten Mal machen. Ich stellte mich nicht schlecht an. Bin zwar auch mal gepurzelt, aber auch schön geglitten (sagt man das so?!) Trotzdem,.nochmal musste ich da nicht hoch. Ich haben mich einfach an den Anstieg zum Wasserkanister gesetzt und den anderen zugeschaut. Die Aussicht - traumhaft. 

Mehrere Mistkäfer kamen vorbei und auch eine kleine Spinne (dicker weißer Hinterleib). Sie lief aber weiter. Wie mir Chuck (der Quad-Guide) später sagte, war die wohl nicht ganz ungefährlich. Und das mir mit meiner Spinnenphobie.

Irgendwann kam dann die finale Abfahrt und wir stapften zurück zum Bus. Dort gab es Brötchen zum belegen und vor allem kühle Getränke. Wir klärten noch, dass wir unsere DVD am nächsten Morgen abholen würden, dann ging es zurück zum Guesthouse. Duschen & Entsanden!

Kurze Entspannung, dann holte Chuck uns zum Quadfahren ab. Das war vielleicht ein Spaß! Es hat ein bisschen gedauert, bis wir als Motorradfahrer die Sache mit dem Lenken verinnerlicht hatten. Aber dann ging die Fahrt durch die Dünen wie mit der "Wilden Maus"!  Schön die Wand der Düne als Steilkurve ausgefahren, kreuz und quer, rauf und runter. Und Ausblicke: Atemberaubend!

Nach über 2h Stunden brachte Chuck uns zurück. Duschen & Entsanden Teil 2.

Um kurz vor 19 h kam dann unsere Fahrerin um uns zum finalen Highlight des  Tages zu bringen. Ein privates Dinner im halboffenen Zelt am Strand. Super! Man hatte sogar separat eine Campingtoilette aufgebaut. ;-)

Wir speisten hervorragend!

Später wurde es dann doch recht frisch und um 20:30 ging es zurück.

Im Guesthouse angekommen saßen wir noch im Patio bei einem Digestiv. Unsere Zimmernachbarn, Mag & Guy kamen kurz darauf ebenfalls zurück. S. Ehrentag war schnell Thema und Guy spendierte 2 Flaschen hervorragenden südafrikanischen Rotwein und wir unseren Whisky :-) Es war so nett, dass wir schließlich erst nach 2 ins Bett sind.

So fand dieser besondere Tag noch einen unerwartet geselligen Abschluss!

Swakopmund 2

3. Dezember

Heute hatten wir nun endlich die Gelegenheit unsere top-notch Namibiareiseträume wahrmachende Reiseagentur namibia CLICK & TRAVEL in Person von Nina und Birgit und den beiden Kampfschmusdoggen kennenzulernen!

So ein herzlicher Empfang! Wir wollten ja eigentlich nur kurz Hallo sagen und unsere Mitbringsel abgeben. Aber dann war es so nett, dass wir uns glatt 2 1/2 Stunden festgequatscht haben ;-)

Ach ja, unsere Mitbringsel. Ich hatte im Bärenland die superleckeren Glühweinsterne, Weihnachtsfruchtgummimischung und als Special Düsseldorfer Radschläger besorgt. Unglücklicherweise haben nur die Glühweinsterne überlebt. Nein, nicht dass ihr denkt, wir hätten den Rest aufgegessen! Es hat die Hitze nicht vertragen und war zu einem einzigen dicken Klumpen zusammengeschmolzen. Schade. :-(

Mit vielen guten Tipps und Wünschen machen wir uns auf ins Arts & Craft Center. Das wurde von der COSDEF ins Leben gerufen. Die COSDEF ist eine gemeinnützige Organisation, die arbeitslose Jugendliche und zuvor benachteiligte Gruppen die Chance auf Beschäftigung, selbständige Tätigkeiten und Erwerb von Qualifikationen ermöglicht. Also eine Supersache, ein paar Souvenirs zu erstehen und damit auch noch einen sozialen Beitrag zu leisten. Wie entscheiden uns für ein paar süße Püppchen und ein Armband.

Danach fahren wir zum Café Anton und essen ein hervorragendes Stück Frankfurter Kranz. Der war ganz frisch und wirklich fast wie daheim ;-)

Wir fahren runter an den Strand. Mal gucken ob wir heute Abend ins Tug oder ins Jetty gehen. Die Lage des Jettys am Ende der Pier über dem tosenden Atlantik ist zwar spektakulär, aber uns gefällt die Speisekarte vom Tug besser und so reservieren wir direkt für 19h.

Danach gehen wir noch kurz an den Geldautomaten, kaufen Meerwasser-Nasenspray für die bevorstehenden Wüstenaufenthalte, und 2 Bogen dicken Fotokarton, als Sonnenschutz für die Windschutzscheibe.

Wir fahren wieder runter zum Strand und machen erstmal einen schönen Strandspaziergang bis das Tiger Reef aufmacht. An der Flussmündung stehen Flamingos. Aber was ist das hinter dem Schilf? Wir gehen näher ran und entdecken eine ganze Herde Dromedare. OK - die gibt's hier natürlich eigentlich nicht. Aber es werden hier auch Wüstentouren mit Wüstenschiffen angeboten.

Wir gehen noch ein Stück und genießen die Brandung und die frische Seeluft. Unsere ausgetrockneten Nasenschleimhäute wissen das hoffentlich zu schätzen.

Auf dem Rückweg nehmen wir noch einen Sundowner im Tiger Reef und sehen doch tatsächlichen noch eine Robbe oder Seelöwe der sich in der Brandung köstlich zu amüsieren scheint.

Später relaxen wir noch ein wenig im Guesthouse bevor wir zum Abendessen aufbrechen.

The Tug sind die Überreste eines alten Schleppers, den man in ein Restaurant direkt am Strand umgebaut hat. Wir essen ausgezeichneten Fisch, den Sonnenuntergang gibt's gratis dazu.

Morgen ist der große Tag... ;-)


Dienstag, 2. Dezember 2014

Swakopmund 1

2. Dezember

Die heutige Nacht im Zelt war leider nicht ganz so erholsam, wie erhofft. Erstens ging der blöde Mond erst irgendwann um 3 Uhr unter und zum anderen kühlte es in der Nacht nur auf 25 Grad ab und es ging kein Lüftchen. Gegen 5 fing dann irgend so ein Schreivogel blöd an zu lachen und ein menschliches Bedürfnis regte sich. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus, es war so gegen 5:30 h, und musste das schönste stille Örtchen aufsuchen.
Da Matthias auch schon auf war, quälten wir uns dann doch kurz nach 6 aus dem Zelt und tatsächlich, die Kaffeemaschine lief schon. Erstmal ein Taschen zum wach werden.

Dann springen wir unter die schöne heiße Dusche und gehen danach frühstücken.

Auto packen, bezahlen, verabschieden und um kurz nach 8 sind wir wieder auf Pad. Wir beschließen, die Route ein wenig zu ändern, an der Spitzkoppe vorbei, Richtung  Henties Bay an die Skelettküste und von da aus die Küste entlang Richtung Swakopmund.

Super Piste und diese Landschaft, einmalig, faszinierend und atemberaubend. Ich habe ja schon viel gesehen, aber sowas noch nicht. Schwer zu beschreiben. Selbst Bilder können nur wenig von dieser gefühlten Unendlichkeit wiedergeben.

Um das ganze noch ein bisschen surrealer zu machen läuft Hitradio Namibia, der Wetterbericht. O-Ton: In Windhoek ist es aktuell schön wolkig und hoffentlich regnet es auch bald. Außerdem hören wir einen Deutschkurs, in welchem heute ausführlich über den Begriff Schnee referiert wird. Was das ist, wie er aussieht, die verschiedenen Konsistenzen, was man damit macht und welche Auswirkungen es hat...

Von 1000 auf 0 m in 155 km, von 32 auf 18 Grad. Ganz schön frisch.

In Henties überfallen wir den örtlichen Sparmarkt nebst Geldautomat und kaufen erstmal ein paar Getränke. Anschließend essen wir Fisch & Chips.

Weiter geht es zwischen Wüste und Wasser entlang der Küste Richtung Swakop. Es ist ein unwirkliches Licht als die Sonne versucht, den Dunst zu durchbrechen. Wir stoppen noch kurz an einem Wrack. Boah, ist das frisch hier!

In Swakop angekommen scheint die Sonne, wie bestellt. Wir beziehen unser Zimmer und lassen uns für abends einen Tisch in Kücki's Pub reservieren.

Dann fahren wir direkt zum Main Beach. S. ist soooo heldenhaft! Er stürzt sich ins 15 Grad kalte Wasser. Ich geh bloß mit den Füßen rein. Das ist mir echt viel zu kalt!

Ein Grüppchen sehr betagter Damen und Herren ist da deutlich härter im Nehmen und schwimmt mit kräftigen Zügen durch die eisigen Fluten. Wie wir später im Gespräch erfahren machen sie das seit Jahren jeden Tag! Respekt!

Auf dem Rückweg schlendern wir noch über einen typischen Souvenir-Markt. Aber das was wir wollen, haben sie nicht und die Preisvorstellungen sind utopisch. So macht handeln keinen Spaß und gehen zurück zum Auto.

Noch ein kurzer Abstecher in die Fußgängerzone, dann fahren wir zurück ins Guesthouse.

Duschen, anziehen und los geht's zu Kücki's. Wir gönnen uns frische Austern und ein Steak. Sehr lekka! Den Abend lassen wir im Guesthouse ausklingen...

Fortsetzung folgt..

Absolute Erongo 2

1. Dezember
Als wir heute Morgen von der Sonne wachgeküsst werden, haben wir noch keine Vorstellungen von dem, was uns heute erwartet.

Nach einem reichhaltigen Frühstück packen wir das Auto und checken aus. Karin erklärt uns, wie wir fahren müssen und gibt uns noch einen Plan mit. Zu unserer Überraschung fahren wir nicht nur zum Gate sondern direkt bis ins Camp Etemba. Cool. Matthias ist schon vorausgefahren und wird uns dort erwarten.

Ich fahre heute! Zunächst fahren wir ca. 45 km gut ausgebaute Piste. Dann müssen wir durch ein Gate weiter Richtung Etemba. Jetzt wird die Piste etwas abenteuerlicher. Und auch die Passanten am Wegesrand. Kudu, Paviane, Springbok, Zebras, Dik-Dik und zu guter letzt auch noch eine Giraffenfamilie mit 2 Jungen. Mit so vielen Tieren hatten wir gar nicht gerechnet

Am Camp angekommen führt uns Matthias erstmal rum. Wir sind die einzigen Gäste und werden es auch bleiben. Das stille Örtchen und die Dusche am komfortablen Zelt sind Outdoor unter freiem Himmel. Wie geil ist das denn!?

Wir bekommen ein leckeres Lunchpaket und danach gehen wir auf die erste Wanderung des Tages. Es ist 12h, die Sonne steht im Zenit und es hat im Schatten über 35 Grad. Aber der Weg  ist nicht schwierig und führt uns zu den 1300 Jahre alten Felszeichnungen der Buschmänner. Faszinierend wie plastisch  die Darstellungen zum Teil sind.
Die Landschaft ist atemberaubend.

Schweißgebadet erreichen wir das Camp und hüpfen erstmal unter die kalte Outdoordusche. Boah, zu Häuser kämpfe ich mit den obligatorischen 1,5l Wasser. Hier brauche ich einen halben Liter pro Stunde. Wir sinken erschöpft aufs Bett und schlafen ein. Gegen  15 h kommen wir wieder zu uns.

Nachdem die Wasserspeicher wieder aufgefüllt sind, schauen wir mal nach, wie es jetzt weitergeht. Matthias ist schwer am schuften, er baut eine neue Abwasserleitung.

Es gibt erstmal Kaffee & Kuchen.
Um 17 h starten wir zur 2. Wanderung des Tages. Es geht wieder über große Granitfelsen aber diesmal sind wenigstens keine 400 Höhenmeter in 45 Minuten zu bewältigen. Aber natürlich kommt auch wieder ein Abschnitt zum Klettern. Hoch komme ich ja, aber mir graut es schon wieder vor dem Abstieg! Unterwegs sehen wir Spuren vom Bergzebra, einer Puffotter, von Pavianen und dem Leopard! Wir erreichen eine halboffene Höhle, auch dort gibt es wieder einige Zeichnungen. Matthias erklärt viel aus dem Leben der Buschmänner. Sehr interessant!

Die Aussicht ist unbeschreiblich. Es sieht aus als hätte Mutter Natur mit Riesenmurmeln gespielt. Wir machen uns auf den Rückweg. Der Abstieg über die zerklüfteten Felsen ist für mich der kleine Horror. Vor meinem geistigen Auge sehe ich meinen Fuß schon zwischen den Felsen feststecken. Irgendwie komme ich aber heil runter. Puh. Erstmal tief durchatmen. Wir gehen über ein ausgetrocknetes Wasserloch, wo noch deutlich die Spuren der Wüstenelefanten, die während der letzten Regenzeit hier durchgezogen sind, zu sehen sind.

Gegen 19h sind wir wieder im Camp. Ein Windhoek Lager als Sundowner. Matthias wirft schon mal mit S. Unterstützung den Grill an. Dann hüpfen wir wie Adam und Eva durch Paradies zur warmen Outdoordusche. OK, mit Handtuch umgewickelt ;-)

Erfrischt machen wir uns auf zum Abendessen. Es gibt lekka Steak und Boerewors, Folienkartoffeln und Salat.

Nach dem Essen verabschieden wir uns bald und genießen noch diese unglaubliche Ruhe. Ein Dik-Dik läuft am Zelt vorbei. Der Blick auf den legendären Sternenhimmel Namibias ist leider durch einen unglaublich hellen Mond eingeschränkt. Aber wann sieht man schon mal nachts seinen Schatten.

Wir fühlen uns gerade sehr privilegiert und ein bisschen klein, angesichts dieser gefühlten Unendlichkeit.

Morgen geht es wieder in die Zivilisation, nach Swakopmund, neuen Abenteuern entgegen.